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tour:2018_prag

Prag 2018

Von Coburg nach Prag und zurück

Nach ordentlich Streß um alles noch rechtzeitig für die Reise fertig zu bekommen holen uns die Oppels pünktlich um 14.00 daheim in Coburg ab.
Die erste Etappe geht nur nach Mitwitz zu Danas Oma und Opa. Dort trifft auch Tomi dazu und es wird gefeiert mit Steaks, Bier und reichlich Picco Rosso.

Am Sonntag geht es dann zu sechst auf 2 E-Bikes, 2 Reiserädern und einem Tandem nach Markt Schorgast. Die Strecke dorthin ist bergig wie erwartet, aber der fiese Gegenwind ist noch viel schlimmer.

Morgens vor der Abfahrt

Montag morgen verabschieden sich Angie und Thomas von uns, sie müssen schon wieder nach Hause. Zu viert geht es weiter Richtung Osten. Der Gegenwind ist noch schlimmer und die Fränkischen Giftrampen sind noch steiler geworden. Erst gegen Abend erreichen wir ziemlich erschöpft den Campingplatz Camping Podhoří kurz vor Eger. Hier verabschiedet sich auch Tomi, er will weiter in die Stadt rein.

Am Dienstag läuft es wie geschmiert. Die Strecke führt nun meist flach an der Eger auf einem wunderschönen Radweg entlang. Auch der Gegenwind hat etwas nachgelassen. Dass die Musik aus Böhmen kommt hat sich auf dem Campingplatz Vodácké tábořiště Loket bestätigt: Die Musiker spielen bis tief in die Nacht nicht weit von unserem Zelt entfernt…

Am Mittwoch müssen wir zuerst nach Karlsbad rein um Kronen und Lebensmittel zu holen. Furchtbar viel Verkehr! Wir waren froh wieder draußen zu sein. Der Eger-Radweg verlässt nun öfter den Fluß und führt durch kleine Dörfer. Das ist zwar abwechslungsreich aber auch mit vielen Steigungen verbunden. Abends zieht ein heftiges Gewitter mit Hagel auf, aber wir können in Velichov rechtzeitig in eine Pension Hospoda u Lípy flüchten.

Am Donnerstag morgen regnet es immer noch sehr stark.

2018-05-24 05:08 · becki

Ein "gemütlicher" Flußradweg

Donnerstag: Gegen 10.00 hört der Regen auf und wir fahren wieder.

irgendwo...

Der Eger-Radweg orientiert sich nur ungefähr am Flußlauf. Es geht meist auf Schotterpisten ständig steil auf und ab. Manchmal einige hundert Meter über den Fluß.

Hoch über der Eger

Dazu kommt, das der Regen in den Senken den Weg aufgeweicht hat so dass wir buchstäblich im Schlamm versinken. So kommen wir nur langsam voran.

Die beladenen Räder sind im Schlamm kaum zu bewegen

Wetteronline (das Lügenbuch) zeigt für Nachmittag ein paar Schauer an, die um 18.00 abklingen und danch für die nächsten Tage trocken. Also fahren wir den nächsten Campingplatz Autokemp Hradec u Kadaně an. Tatsächlich aber schüttet es bis tief in die Nacht und es geht bis in den nächsten Morgen in Dauerregen über. Ich muss sagen, das Rejka-Zelt vom Skandinavier hat sich wieder einmal bewährt. Das Wasser versucht irgendwann von allen Seiten ins Zelt zu drücken, aber es gelangten nur ein paar Tropfen über die Naht am Tür-Reissverschluss ins Vorzelt. So schliefen wir warm und trocken während der Regen auf das Zeltdach niederprasselte. Am Freitag Morgen hört der Regen zum Glück endlich auf.

2018-05-26 13:29 · becki

Pause mit Krach

Wir entscheiden uns am Freitag Morgen diesen Tag zu pausieren um die Sachen zu Trocknen, die Räder zu warten und einfach auszuruhen. Es bleibt trocken und nachmittags wird es schön warm. Dana nutzt ausgiebig den Spielplatz.

Gegen Abend treffen immer mehr Gäste ein, Wochenende halt. Wir sind die einzigen Ausländer, auch das einzige Zelt. Was ein paar Kilometer Entfernung vom Flußradweg gleich ausmachen…

Nachts erleben wir die Tschechische Wochenedgestaltung hautnah. Es dröhnt seltsame Musik in brachialer Lautstärke ins Zelt. Dana schläft trotzdem gut. Aber Stefanie schmollt und ich kann auch nicht richtig schlafen.

Am Samstag fahren wir weiter nach Louny. Inzwischen ist es heiß, aber die Stecke verläuft weitgehend über Asphalt und die Steigungen halten sich auch in Grenzen, so sind die gut 50 km bald runtergekurbelt. Einen richtigen Flußradweg gibt es nun gar nicht mehr. Es geht auf Nebenstraßen von Dorf zu Dorf. Sehr idyllisch, viele Kirchen aber weder Einkehrmöglichkeiten noch Läden.

Tschechischer Hopfen

Einmal rennt ein freilaufender Schäferhund wild kläffend Stefanie hinterher. Es passiert nichts, aber sie erschreckt sich schon sehr und die Stimmung ist danach erstmal eine Zeit lang ganz unten.

Es gibt in der Nähe von Louny keinen Campingplatz also suchen wir uns ein Hotel und gehen abends schön essen.

2018-05-27 04:48 · becki

Moldau

Mit dem Start in Louny am Sonntag verlassen wir den Lauf der Eger und fahren quer durchs Land südöstlich Richtung Moldau. Auch hier geht es idyllisch und bergig durch einsame Dörfer. Nachmittags wird es heiß so dass wir froh sind unser Tagesziel Autocamp Obora Veltrusy nach gut 50 km und knapp 500 Höhenmeter zu erreichen.

Über der Moldau

Hier treffen wir auf eine Familie aus Neuseeland, die mit 2 Kindern 1 Jahr unterwegs sind. Sie sind nach Europa geflogen und haben sich in Berlin einfach 4 günstige Räder + Anhänger gekauft. So gehts auch.

Am Montag gehts Richtung Süden immer an der Moldau entlang nach Prag. Zunächst gemächlich auf gutem Radweg, dann spektakulär eher auf einem MTB Singletrail als einem Radweg direkt am steil abfallenden Moldauufer.

Besser wär jetzt ein leichtes MTB...

Wir setzen mit einer kleinen Fähre auf das Westufer über um nicht direkt durch die Innenstadt fahren zu müssen. Das Ortsschild von Prag passieren wir auf den folgenden 3 Kilometern auf einer viel befahrenen Hauptstraße ohne Seitenstreifen, die dennoch als Radweg deklariert ist. Tschechei halt.

Ziel erreicht unspektakulär auf der Haupstraße

Besser wäre es gewesen etwas weiter südlich überzusetzen. Das Ostufer eignet sich viel besser zum Radfahren. Wir erreichen unser Camp Džbán um 15 Uhr.

Abends treffen Andreas mit Kristýna am Campingplatz zum Essen ein und Dana hat endlich mal wieder ihren Paten.

2018-05-29 17:12 · becki

Prag

Dienstag und Mittwoch bleiben wir in Prag und ruhen uns aus. Der Campingplatz ist recht schön am Wald mit See, es gibt Wlan, so können wir uns die überlaufene Innenstadt diesmal sparen.

Bei "As" und Kristýna

Nicht Mad Max, nur Tschechien

2018-05-29 17:28 · becki

Heimwärts

Moldau mit Karlsbrücke

Am Donnerstag  fahren wir endlich wieder. Zunächst doch nochmal östlich Richtung Innenstadt um auf den Moldau-Radweg zu gelangen. Wie erwartet Unmengen an Touristen und fieser Verkehr. Wir sind froh als wir wieder draußen sind und an der Moldau entlang Richtung Süden radeln. Kurz vor Radotín zweigen wir nach Südosten ab und verlassen die Moldau. Es geht nun entlang der „Berounka“ - wie heißt der Fluß nur auf deutsch?

Inzwischen ist es sehr heiß geworden. Bevor die Kleine einen Sonnenstich bekommt belassen wir es bei 40km und campen am Autocamp Ostrov - Zadní Třebáň.

Wie im Gurgala - wunderbar!

2018-06-01 17:36 · becki

Bergaufland

Irgendwas hat gestern gefehlt… Ach ja der Gegenwind. Aber heute, Freitag ist er endlich umso heftiger wieder da. Wir haben die Hauptrichtung gewechselt, der Wind auch. Um 11 gibt's ein Gewitter, wir finden zun Glück rechtzeitig ein Bushäuschen zum unterstellen.

Inzwischen sitz ich bei einem Bier in der Restaurace a Penzion Na Poště. Es ist noch nicht mal 9, die Damen sind schon im Bett und ich hab auch Blei in den Beinen.

Nach dem Gewitter hatte es sich eingeregnet sodass wir die Ganzkörperkondome angezogen haben und einfach weitergefahren sind. Der Regen hat irgendwann aufgehört, nicht aber der heftige Gegenwind. Dazu ging es auf schmalen aber verkehrsreichen Straßen viel bergauf und wenig runter. Wir waren zeitweise auf über 600 m Höhe (Prag liegt auf knapp 200 m). Kommentar Stefanie: „Die Tour zur Ostsee letztes Jahr war ein Klacks gegen die Tschechei“

Freitag 49 km / 480 Hm

2018-06-01 17:41 · becki

Pilsen

Samstag: Bis Pilsen geht es meistens windgeschützt durch Wald und auf richtigen Radwegen. Wunderbar!

Aber danach wirds wieder offener und bergiger. Der Gegenwind ist manchmal so stark, dass wir uns anschreien müssen um uns zu verstehen.  Dazu kommen Streckenabschnitte die Spass machen würden, hätte man ein vollgefedertes MTB anstatt ein vollbepacktes Tandem.

Wir bleiben nach 56 km am Transkemp Hracholusky. Dies liegt postkartentauglich an einer Staustufe an einem Fluss namens Mže. Natürlich wird noch ausgiebig gebadet :-)

2018-06-04 07:51 · becki

Finnischer Segen

Am Sonntag entdeckt Dana ihren ersten Wackelzahn!

Der Weg führt ständig steil auf und ab über Schotter oder Nebenstraßen. Was man sich bergauf mühsam erarbeitet hat, Verschleißt abwärts nur ungenutzt die Bremsbeläge. Allmählich sind wir gefrustet. Bisher gabs kaum einen Tag an dem man halbwegs normal vorwärts gekommen wäre und an dem man abends nicht komplett platt war.
50km / 660 Hm.

Ich bau unser Zelt am Campingplatz  Sycherák auf. Wir sind froh noch ein geöffnetes Lokal zu finden und heute nicht mehr selbst kochen zu müssen. Danach fallen uns die Augen zu so dass wir gleichzeitig mit Dana schlafen gehen.

Montag. Das Camp liegt sehr schön und ruhig am See. Wir gönnen uns heute einen Pausetag und bleiben hier.

Tägliches Kaffee-Ritual

Leider gibts weder einen Laden in der Nähe noch hat heute ein Lokal geöffnet. Wir haben zwar immer Vorräte für einen Tag dabei, aber das Brot wird nicht reichen, wir konnten ja gestern am Sonntag auch schon nichts kaufen. Zum Glück hilft uns ein finnisches Paar mit Brot und echtem finnischen Knäckebrot aus. Und das ohne dass wir danach fragen! Sie fahren ja sowieso mit ihrem Wohnmobil weiter. Danke Finnen, die Laune steigt und der Tag ist gerettet!

Nachmittags haben wir dann sogar den ganzen See für uns allein. Fast…

2018-06-04 08:19 · becki

Wieder im Frankenland

Am Dienstag verlassen wir vorübergehend den Paris-Prag-Radweg um auf direktem Weg nach Waidhaus zu kommen wo wir in der Freizeitanlage Bäckeröd unser Zelt aufschlagen wollen. Für die Abkürzung nehmen wir eine abartige Steigung in Kauf. Dafür ist aber endlich mal kein Gegenwind. Am Grenzübergang hauen wir unseren restlichen Kronen auf den Kopf: Wir füllen unsere Vorräte auf und schlagen uns die Bäuche mit Pizza voll.

Die Freizeitanlage Bäckeröd ist im Prinzip ein Freibad in dem man auch campen kann (nur Zelte, keine WoMos, ätsch!). Sehr schönes Konzept; Dana ist außer Rand und Band und nicht mehr aus dem Wasser zu kriegen. Und mir sagt das Zoigl-Bier vom Kiosk sehr zu :)

Dienstag 30 km 390 Hm

Mittwoch: Der erste Tag mit Rückenwind! Zumindest am Vormittag. Und dazu noch wenig Berge, obwohl die Gegend als „Das Oberpfälzer Hügelland“ bezeichnet wird. Offensichtlich sind wir abgestumpft ;-)

2 km vor dem Tagesziel kommen wir noch voll ins Gewitter:

Dana hat sich meine Regenjacke geborgt

Wir landen im Gasthof Heining. Da gibts lecker fränkische Küche und Kapuziner Hefe. Wunderbar.

Mittwoch 57 km 380 Hm

2018-06-06 15:19 · becki

Die Abschlusshügel

Der Donnerstag beginnt mit einem feudalen Frühstück im Henning das für die laute Nacht entschädigt.

Danach geht's nochmal zur Sache : Bis Bayreuth sind es zwar nur überschaubare 45 km, die führen aber stets bergauf und -ab bis auf über 600 m. Zum Glück gibts leichten Rückenwind. So schaffen wir die Agilis in Bayreuth um 14:30 und sind ohne Umsteigen und ohne Gedränge noch vor 16:00 wieder in Coburg.

Donnerstag 48 km 480 Hm (inklusive Heimatring)

Aus!

PS: Die ICE-Halte-, Hochschul-, Residenz- und Europastadt Coburg wartet offensichtlich auch im Jahr 2018 noch auf einen funktionierenden Aufzug am Bahnsteig…

2018-06-07 13:23 · becki
tour/2018_prag.txt · Zuletzt geändert: 2018-12-26 19:46 von becki