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tour:2018_fruehling

Frühlingsfahrt 2019

Move your ass and your mind will follow.
— Naggler Alm, Weißensee 2013

Dies ist der zweite Teil unserer Radtour durch Mittel- und Westeuropa. Hier geht's zum ersten Teil.

Es geht weiter!

Nachdem wir den Blog etwas vernachlässigt haben gehts nun weiter.

Freitag 15.03.2019: Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Am Montag geht der Flieger nach Ibiza wo unsere Fahrräder auf uns warten. Dann wollen wir mit der Fähre aufs Spanische Festland nach Denia und von dort erstmal Richtung Südportugal radeln. Dann immer am Atlantik entlang nach Hause…

Ein Wort zur Fliegerei: Um klimaneutral zu bleiben haben wir den Flug nach Ibiza bei www.atmosfair.de kompensiert. Das ist gar nicht mal so teuer. „Damit werdet ihr die Welt auch nicht retten“ hört man dann oft. Richtig, das werden wir nicht. Aber wir werden auch nicht daran schuld sein. Wir werden die Zukunft unserer Kinder nicht abfackeln. Darauf kommt es uns an!

2019-03-15 12:22 · becki

Denia

Samstag 23.03.2019. Wir haben die letzten vier Tage in Ibiza bei Tina und Jogi verbracht und konnten uns dort etwas Einradeln und alles in Ruhe zusammenpacken. Sogar das Wetter hat nach einer verregneten Ankunft noch mitgespielt.
Heute sind wir schon in den frühen Morgenstunden nach Ibiza-Stadt geradelt und dort auf die Fähre nach Denia. Diesmal hatten wir eine ruhige und kurze Überfahrt und haben nach zwei Stunden Denia erreicht. Von dort sind wir noch ein Stück weiter auf einem Via Verde Radweg, sehr idyllisch an Orangenplantagen entlang, geradelt. Nachdem wir an einen schönen Campingplatz „Rio Mar“ direkt am Meer vorbei gekommen sind, haben wir kurzerhand entschlossen, dass 40 km für den ersten Tag ausreichen und sind dort für die erste Übernachtung geblieben.

2019-03-23 19:17 · stefanie

La Falaguera

Sonntag 24.03. Obwohl es eigentlich sehr schön ist hier am Meer bei den ganzen netten deutschen und österreichischen Rentnern wollen wir nicht gleich nach dem 1. Tag pausieren. Es geht zuerst eben hin, aber dann hoch in die Berge nach Barx mit 430 Höhenmetern und teilweise über 11% Steigung. Aua! Ich  hämmere das Zelt am Camping La Falaguera in den beinharten Boden.

Eine alte Bahntrasse

Kurz vor dem Pass

Montag 25.03.2019. Kaum ist man ein paar Kilometer weg vom Meer, schon sind wir die einzigen Gäste auf dem Camping. Die Gegend hier sieht aus wie eine Mischung aus Dolomiten und bayrische Voralpen. Sehr idyllisch und das Wetter meint es auch grad gut mit uns, also bleiben wir noch einen Tag. Nachts sinkt die Temperatur in den einstelligen Bereich, aber sobald die Sonne rauskommt wird es schnell warm.

2019-03-25 10:45 · becki

Albacete

Dienstag 26.03. Wir starten nach einem erholsamen und sonnigen Pausetag von dem Campingplatz „La falaguera“. Es geht auf einer Nebenstraße wunderschön durch die Berge immer abwärts Richtung Xativa. Es sind rund 20 km zu fahren bis wir den Bahnhof in Xativa erreichen. Nach einem kurzen Aufenthalt können wir mit dem Zug nach Albacete fahren. Stefan hat das alles prima gemanagt. Es ist eine große Hilfe , dass er spanisch spricht. Wir erreichen relativ entspannt unser Hotel in Albacete. Unsere Fahrräder können dort sicher untergebracht werden und wir erkunden zu Fuß die Stadt.

2019-03-26 19:58 · stefanie

Frost am Rio Jardin

Mittwoch 27.03.Von Albacete geht es schnurgerade und bretteben auf einer aufgelassenen Bahntrasse entlang. La Routa de Don Quijote heißt die Schotterpiste, die wir bei kaltem Wind, aber warmer Sonne beradeln. Das Land  ist hier sehr trocken. Wo nicht künstlich bewässert wird gibts nur Steine. Unterwegs begegnet uns niemand. Eigentlich habe ich noch nie eine so einsame Gegend gesehen.

Wir wissen dass es auf diesem Abschnitt weder Unterkünfte noch Zeltplätze gibt, also müssen wir wild campen. Nur wo? Überall besteht der Boden aus splittrigen Steinen. Schließlich finden wir aber doch ein schönes Plätzchen unter Walnussbäumen direkt an einem Flüsschen.

Nachts gefriert die Atemluft an der Zeltwand. Das Termometer zeigt Minus 5,3 °C Außentemperatur. Stefanies Kommentar nach dem Aufwachen: „Vor lauter Frieren hab ich ganz vergessen mich zu fürchten.“ Wir bleiben am Morgen lange im Zelt liegen bis es draußen endlich wieder wärmer wird.

Unser Trinkwasser ist ein Eisklumpen

2019-03-28 07:04 · becki

Alcaraz

Nach einer saukalten Nacht konnten wir bei Sonnenschein frühstücken und uns wieder etwas auftauen. Wir sind spät gestartet. Es ging immer weiter auf dem via Verde Radweg „La Routa de Don Quijote“. Landschaftlich heute viel schöner als gestern. Zwischen den Bergen entlang, durch unzählige Tunnel, immer mit leichter Steigung, so dass wir zeitweise auf über 1.000m Seehöhe unterwegs waren.

Dann ging es die letzten 7km wieder bergab in das kleine Örtchen Alcaraz. Dort haben wir uns ein Zimmer in dem Hostal Los Rosales genomnen.

2019-03-28 19:18 · stefanie

Puente de Genave

Freitag 29.03. Bei heftigem Wind sind wir in Alcaraz gestartet und haben uns erstmal gründlich „verfranzt“. Wir sind einen Umweg von fast 10 km gefahren, weil wir keinen Via Verde Radweg gefunden haben, auch das Navi nicht. Das war ziemlich unschön, da wir heftigen Gegenwind hatten. Zum Glück haben wir im Ort Reloid dann doch noch den Via Verde Einstieg gefunden und sind auch wider Erwarten gut vorangekommen.

In manchen Tunneln gab es sogar Licht

Letztlich waren es dann 67km anstatt geplanten 55km. Das hat echt gereicht. Untergekommen sind wir günstig in einem Appartementhotel in Puente de Genave (der erste Stop im Andalusien).

2019-03-29 19:49 · stefanie

Santisteban del Puerto

Samstag 30.03. Bei Sonnenschein starten wir in Puente de Genave. Die Straße aus dem Dorf steigt ziemlich an, führt uns aber diesmal direkt auf den Via Verde Radweg. Allerdings fahren wir heute nur ein paar Kilometer darauf. Wir verlassen den Via Verde und der Weg führt uns auf eine Schotterpiste, die allerdings nach kurzer Zeit zu einer 1a Teerstrasse wird.

Leider müssen wir danach wieder auf einer stärker befahrenen Landstraße fahren. Aber der Verkehr hält sich zum Glück noch in Grenzen. Es geht immer den Berg hoch an unzähligen Olivenbäumen vorbei. Wir machen über 500 Höhenmeter. Ziemlich erledigt kochen wir am Gipfel Nudeln im Olivenhain. Dann geht's bergab nach Santisteban, wo wir uns für zwei Nächte ein Zimmer im Hotel Rey Sanchez IV genommen haben. 1. weil wir ne Pause brauchen und 2. ist für morgen Dauerregen gemeldet.

2019-03-30 20:01 · stefanie

Linares

Montag, 01.04. Wir sind am späten Vormittag in Santisteban gestartet. Durch die Zeitumstellung haben wir länger als sonst geschlafen 😉. Leider fing es nach 5 km doch zu regnen an, obwohl es für heute eigentlich trocken gemeldet war.
Naja, ist ja nichts Neues für uns. Dana haben wir gleich mal ihre Regenklamotten angezogen. Wir hatten die Regenjacken eh schon an. Die Strecke war relativ entspannt. Wir mussten zwar immer mal wieder auf der Hauptstraße fahren, aber es ging auch auf Nebenstraßen und Feldwegen entlang. Und der Regen hörte zum Glück auch bald wieder auf.

Wir sind auch an einem Stausee vorbeigekommen und haben dort recht idyllisch pausiert, trotz des zurückgelassenen Mülls. Leider liegt in Spanien generell überall sehr viel Müll rum (obwohl es genug Müllcontainer gibt), was uns doch oft recht nachdenklich stimmt.
Unterwegs haben wir wieder Ausschau nach einem Wildcamp gehalten, aber nichts passendes gefunden. Also haben wir uns entschieden in Linares wieder ein Hotel zu suchen. Und diese Entscheidung war genau richtig, denn kaum am Hotel angekommen hat es wie aus Eimern geschüttet. Abends sind wir zu Fuß in die schöne Stadt und haben beim Dönermann gut und viel gegessen.

2019-04-01 18:09 · stefanie

Andújar

Dienstag 02.04. Wir sind bei recht frischen Temperaturen gestartet. Ca. 55km liegen vor uns bis Andujar. Es geht recht kräftezehrend immer auf und ab durch: Olivenhaine (was auch sonst).
Am späten Nachmittag kommen wir an und gehen abends noch Tapas essen.

2019-04-03 20:23 · becki

Villafranca de Cordoba

Mittwoch 03.04. Wir starten bei Sonnenschein. Vor uns liegen 66km mit knapp 400 Höhenmeter. Es geht erstmal relativ flach auf Nebenstraßen dahin. Dann kommen zwei längere Steigungen und danach immer wieder eben. Wir machen Pause in einem Dorf an einem Spielplatz, um uns für die kommenden 14km zu stärken. Die haben es echt in sich. Es geht eigentlich nur bergauf. Mal etwas steiler und dann wieder flacher. Als ob das nicht schon reicht, frischt unterwegs der Wind auf, natürlich Bauchwind, wie Dana immer sagt.

Oliven soweit das Auge reicht

Recht erschöpft kommen wir endlich am Campingplatz an. Er ist schön, aber der absolute Wucher. Wir müssen für unser kleines Zelt fast 30 Euro bezahlen. Und Stefan bekommt es kaum aufgebaut, weil der Boden so hart ist. Das einzig Positive: Dana findet sofort eine spanische Freundin: Ana. Die Zwei spielen trotz verschiedener Sprachen bis es dunkel wird. Auch am nächsten morgen toben sie noch ausgiebig herum. Leider reist Ana mit ihren Eltern schon ab.

Keine Sprachprobleme

Wir machen einen Pausetag und ziehen notgedrungen (es ist wieder Regen gemeldet) in den noch teureren „Bungalow“).

2019-04-03 20:35 · stefanie

Die weiteren Aussichten

1554458574989.jpgDie Sonne scheint bei Tag und Nacht
Eviva Espana!
Der Himmel weiß, wie sie das macht
Eviva Espana!

2019-04-05 10:22 · becki

Córdoba

Sonntag 07.04.2019. Nach 2 Tagen Regen, Hagel und Gewitter ist es heute Vormittag zwar kalt, aber trocken. Wir nutzen diese Lücke und radeln die letzten 30km nach Córdoba. Hier wollen wir erstmal zwei Nächte bleiben und uns morgen die Stadt ansehen.

Die Landschaft hat sich geändert. Die endlosen Olivenplantagen sind Feldern gewichen und es ist fast so grün wie bei uns in Franken.

An zelten ist weiterhin nicht zu denken. Selbst wenn das Wetter besser wäre, Campingplätze gibts keine und ansonsten ist jeder Quadratmeter Land eingezäunt. Aber Stefanie hat für uns ein sehr schönes Apartment in der Altstadt gefunden. Mit viel Blumen im Innenhof und hohen Zimmerdecken. Fast wie in Marokko :-)

"Unser" Patio

Es gießt in Strömen

2019-04-07 13:38 · becki

Parque Periurbano "El Hecho"

Dienstag 09.04.2019. Der Wetterbericht sieht gut aus. Spontan beschließen wir am Morgen nicht in den Zug nach Sevilla zu steigen, sondern es doch per Rad auf der Via Verde zu probieren. Eine Entscheidung die wir nach kurzer Zeit bereuen: Gegenwind, der Weg ist aufgeweicht und schon bald beginnt es zu regnen. Vormittags Nieselregen und am Nachmittag kommen wir in einen Platzregen. Zum Glück kommt danach die Sonne wieder raus und wärmt uns auf. Nach 30km finden wir einen gute Stelle für unser Zelt auf einem einsamen Picknickplatz und belassen es für heute.

2019-04-10 06:47 · becki

La Luisiana

Mittwoch 10.04. Wir frühstücken im Sonnenschein. Leider bewölkt es sich dann doch wieder und sieht nach Regen aus. Wir beeilen uns beim Einpacken und starten mal wieder bei frischen Temperaturen und Gegenwind. Die ersten Kilometer lassen sich trotzdem ganz gut fahren. Und wir begegnen doch tatsächlich noch einem Reiseradler. Der Erste seit wir wieder gestartet sind.
Leider verwandelt sich der Via Verde nach kurzer Zeit in eine Schlammpiste und wir müssen die Räder ein Stück durch den Schlamm schieben. Danach sehen die Räder dementsprechend aus…. und wir auch.
Zum Glück war es nur ein kurzes Stück und wir kommen bald gut voran. Die Sonne spitzt auch immer mal wieder durch die Wolkendecke und es bleibt trocken.
Nach 45km erreichen wir den Ort La Luisiana und suchen uns ein Zimmer für die Nacht, da es wieder einmal keine Möglichkeit zum campen gibt. Aber das Zimmer ist günstig und wir können am Abend noch gute und günstige Tapas essen und ein Bier dazu trinken.

2019-04-10 19:01 · stefanie

Marchena

Donnerstag 11.04. Die Sonne scheint. Und ihr werdet es nicht glauben, den ganzen Tag. Wir radeln den letzten Teil des Via Verde Radwegs bis nach Marchena.

Wir haben noch keine Übernachtung gebucht, denn wir hatten noch auf ein Wildcamp gehofft. Es hat sich aber leider nichts passendes gefunden. Also suchen wir erstmal einen Spielplatz für Dana um zu beratschlagen. Stefan findet im Internet das La Hospederia Santa Maria. Es ist gleich um die Ecke, also fahren wir mal hin. Es ist ein Kloster, und die Anfrage bei der Nonne nach einem Zimmer gestaltet sich etwas seltsam…. Aber wir kommen unter und die Räder stehen sicher und das ist ja die Hauptsache. Abends gehen wir noch in das schöne Städtchen und genießen den Abend mit Dana im Park und Spielplatz und es gibt sogar ein Kinderkarusell wie auf dem Rummel.

2019-04-11 18:54 · stefanie

Dos Hermanas

Freitag 12.04. Am Freitag Früh wollen wir uns von den Nonnen verabschieden, aber sie zeigen sich wieder nicht und geben das Frühstück durch ein Drehkreuz aus der Küche raus. Naja macht nix.

Wir verlassen das Kloster

Heute können wir endlich mal wieder einen richtigen Campingplatz anfahren. Der Weg dahin ist weit. Hinter der Stadt geht es in einen Feldweg der nach einigen Kilometern in knietiefen Schlamm führt. Also alles wieder zurück und den Umweg über die Straße nehmen. Es ist schon komisch, da sind wir in der trockensten Region Europas unterwegs und haben immer wieder mit verschlammten Wegen zu kämpfen.

Danach wird es aber richtig schön: Es ist endlich mal warm, die Sonne scheint, kein Gegenwind und fahrbare, einsame Schotterpisten durch die grüne, blühende Frühlingslandschaft Andalusiens.

Nach gut 60km erfahren wir, das es den Campingplatz, auf den wir wollen, nicht mehr gibt. Also weiter zum nächsten, jetzt in der Rushhour durch Baustellen im Speckgürtel von Sevilla.

Am Ende landen wir nach über 70km und 400 Höhenmetern im Camping Villsom in Dos Hermanas erschöpft aber zufrieden. Hier bleiben wir erstmal 2 oder 3 Nächte um uns auszuruhen.

2019-04-13 06:51 · becki

Pausetage

Samstag und Sonntag 13.04.und 14.04. Wir machen Pause auf dem schönen Campingplatz Villsom. Stefan wartet die Räder und ich muss endlich mal Wäsche waschen, denn hier gibt es zum Glück Waschmaschinen. Ansonsten faulenzen und essen wir und bespassen abwechselnd Dana.

2019-04-13 18:06 · stefanie

Pinares de Aznalcázar

Nach dem nervigen Verkehr der Vororte nahmen wir die Fähre über den Rio Guadalquivir, der uns schon durch fast ganz Andalusien begleitet und nachdem das ganze Tal benannt ist.

Nach einem Abschnitt mit unglaublich vielen Störchen und deren Nestern kommen wir durch einen Pinienwald. Zum ersten mal seit wir wieder unterwegs sind ein richtiger echter Wald zum Betreten ohne Verbotsschilder und ohne Zaun außen rum. Ich bin echt froh dass wir daheim in Oberfranken so viel schönen Wald haben. Wir sollten gut auf ihn aufpassen!

Wir landen auf einem sehr schönen Camingplatz „Dehesa Nueva“ im Naturpark „Pinares de Aznalcasar“ und können unser Zelt unter den Pinien aufstellen :-)

2019-04-16 06:27 · becki

El Atlántico

Dienstag 16.04.2019. Uns tun die Knochen weh! Nachdem keine verlässlichen Infos zu kriegen waren, ob man direkt Richtung Westen durch den Nationalpark Donana fahren kann, haben wir uns für die sichere Variante entschieden und schlagen einen Haken über Süden. Über sandige Wege geht es zunächst nach El Rocio, einem Ort der sehr an die Western von Sergio Leone erinnert.

Dann 20km bei Gegenwind auf einer Art Bundesstraße mit zum Glück breiten Seitenstreifen. Am Meer angekommen mussten wir feststellen dass es den dort erwarteten Campingplatz inzwischen nicht mehr gibt. Daher weiter nun nordwestlich nochmal 20km wieder auf einer Hauptstraße und wieder Gegenwind. Wir sind müde und links und rechts der Straße sehen wir immer wieder gute Plätze zum Wildcampen. Aber alles hinter einem lückenlosen hohen Zaun. Man kommt von der Straße einfach nicht runter. Erschöpft erreichen wir den Camping Doñana Playa und haben über 80km in den Beinen.

Ach ja wir haben den Atlantik erreicht und in Matalascañas wohl auch den südlichsten Punkt unserer Reise passiert. :-)

2019-04-16 21:50 · becki

Aljaraque

Mittwoch 17.04. Eigentlich wären wir gerne einen Tag auf dem schönen Campingplatz Donana Playa geblieben, aber leider verheißen die Wetteraussichten wieder mal nichts Gutes. Es ist für den frühen Abend Regen gemeldet und wir haben keine Lust bei Regen zu zelten. Deshalb entschließen wir uns 45km zu fahren. An Huelva vorbei in einen kleinen Vorort namens Aljaraque. Wir haben uns dort schon ein Zimmer im Hostal Muriel reserviert. Die Fahrt dorthin fängt mit einem für spanische Verhältnisse echt gutem Radweg an. Bis Mazagon, dann wirds interessant: Es kommt eine Nationalstrasse, dann eine 4-spurige Straße durch den Industriehafen Huelvas, bis wir dann als Krönung zu einer für Fahrräder gesperrten Autobahnbrücke kommen. Wir haben keine andere Wahl, als hinter der Leitplanke 1,5 km über die Brücke zu fahren.

Im Hafen von Huelva

Und komischerweise komnen wir nach diesem Fiasko wieder auf einen wunderschönen Radweg am Atlantik entlang. Typisch spanisch oder das kommt mir spanisch vor….
Und wie soll es auch anders sein, kommen wir kurz vorm Ziel auch noch in einen chubahsco (Platzregen, Schauer, ….).

2019-04-17 19:25 · stefanie

Zwangspause

Gründonnerstag 18.04.2019. Eigentlich wollten wir heute rüber nach Portugal. Aber es ist schon wieder starker Regen gemeldet. Abgesehen davon dass radeln da keinen Spass macht befürchten wir, dass uns Dana bei dem nasskalten Wetter vorn auf dem Tandem zu stark auskühlt und beschließen noch einen Tag abzuwarten. Eine gute Entscheidung wie sich zeigt, denn es regnet und gewittert fast den ganzen Tag.

Kurz vor Portugal haben wir die Nase langsam voll. Abgesehen von Marokko hatten wir seit dem Start letztes Jahr im September die meiste Zeit Gegenwind und keine zusammenhängende Woche ohne Regen, Kälte oder Sturm. Wir wollen trotzdem jetzt erstmal durch Portugal fahren und - wenn sich am Wetter nichts ändert - in Santiago de Compostela in Galizien unsere Reise abbrechen.

2019-04-18 16:09 · becki

Hasta luego España - Bem-vindo Portugal!

Karfreitag 19.04.2019. Heute können wir zum Glück weiterfahren. Es ist kalt und trüb aber trocken. Erst radeln wir wieder durch einen schönen einsamen Pinienwald, vorbei an tausend Möglichkeiten zum Wildcampen (die wir neulich gebraucht hätten…).

Dann verabschiedet sich Andalusien von uns mit einigen Kilometern auf der Hauptverkehrsstraße und seinem letzten Schlammloch.

Das letzte Loch vor Portugal

Wir setzen mit der Fähre über den Grenzfluss Guadiana und Portugal begrüßt uns - wie sollte es anders sein - mit einem Platzregen.

Aber der hört zum Glück schnell wieder auf und wir rollen entspannt auf richtigen Radwegen die letzten Kilometer auf den ersten Campingplatz. Der erweist sich als der günstigste seit dem in Ebing letztes Jahr(!) und wir werden sehr freundlich empfangen.

2019-04-20 16:35 · becki

Fuseta

Samstag 21.04. Und Sonntag 22.04.

Wir starten nach einer lauten Nacht (irgendein Musikfestival nebenan vom Campingplatz).
Es geht jetzt auf dem Eurovelo 1 immer mehr oder weniger an der Küste entlang. Der Radweg ist recht unspektakulär. Das einzige zu erwähnende ist eine gesperrte Brücke, die zu einem kurzen Streit führt, da ich mich weigere diese zu überqueren. Also zurück und einen kurzen Umweg über die Hauptstraße fahren. Wenn wir wegen Schlammlöchern umkehren, dann auch wegen gesperrten Brücken.
Wir fahren 45km und bleiben auf dem Campingplatz Parque Campismo Fuseta, der direkt und wunderschön an einer Lagune liegt.
Weil morgen Ostersonntag und es hier schön ist, machen wir einen Pausetag.

2019-04-21 17:03 · stefanie

Quarteira

Ostermontag 22.04.2019. Heut kam es hart. Die Spannungversorgung am Tandem fürs Handy, das uns als Navi dient, ist ausgefallen. Wahrscheinlich ist der Nabendynamo kaputt. Dann war der Radweg zugeackert:

…Und wir mussten den Umweg über die Hauptstraße nehmen. Dort hat sich Stefanie dann einen Glassplitter ins Hinterrad gefahren:

Das alles bei 30 - 60 km/h Gegenwind laut portugiesischem Wetterbericht. Wir bleiben nach 50km im Camping Parque de Campismo de Quarteira - Orbitur. Nur für die Nacht ist Regen gemeldet.

 

2019-04-22 19:59 · becki

Nochmal Zwangspause

Dienstag 23.04.2019. Der heftige West/Gegenwind soll die nächsten 3 Tage anhalten. Dazu kommt morgen mal wieder Regen. Wir bleiben daher auf dem Campingplatz und ziehen für die nächsten 2 Nächte in ein gemütliches kleines Hüttchen um.

In Denia / Alicante, wo wir vor einem Monat gestartet sind, soll momentan total Land unter mit heftigen Überschwemmungen sein. Habt ihr davon in Deutschland etwas mitbekommen?
 

2019-04-23 12:34 · becki

Stromlösung

Gestern hab ich mir im Örtchen Quarteira noch eine KFZ-Werkstatt gesucht und ein Multimeter ausgeliehen: Aus dem Nabendynamo kommt tatsächlich keine Spannung mehr raus. D.h.:

  1. Unterwegs wird jetzt erstmal der Strom vor allem für die Handy-Navi-App (OsmAnd) knapp.
  2. Wir brauchen einen neuen Dynamo.

Zum Glück hilft uns Axel vom Radladen Bamberg schnell und unkompliziert weiter. Nach ein paar Telefonaten und E-Mails sorgt er dafür, dass wir direkt vom Großhändler einen neuen Dynamo geschickt bekommen. Zufällig haben wir vor ein paar Tagen eine französisch-portugiesische Familie kennengelernt, die u.a. mit einem Lastenrad und 2 Kindern  unterwegs ist. Sie nehmen den Nabendynamo für uns in Lissabon in Empfang.

Leider wird die ganze Sache ziemlich teuer und wir müssen uns dann in Lissabon noch einen Zweiradmechaniker suchen, der uns den NaDy einspeicht.

2019-04-24 20:33 · becki

Armação de Pêra

Donnerstag 25.04.2019. Es regnet (fast) gar nicht. Endlich gehts weiter. Gut gelaunt schaffen wir bei starkem Gegenwind knapp 40km und bleiben am Parque de Campismo de Armação de Pera. Der Wind ist abends so stark dass es den Sand durch die Belüftungsschlitze bis ins Innenzelt weht.

2019-04-26 19:00 · becki

Senhora da Luz

Freitag 26.04. Wir sind erst gegen elf Uhr gestartet. Vor uns liegen 50 km bis zum nächsten Campingplatz. Die Sonne scheint, aber es weht wieder ein fieser Nordwestwind. Es geht erstmal ganz idyllisch durch das hügelige Hinterland. Dann durch einige Touristenorte. Die Straßen sind sehr eng und es gibt keine Radwege, dementsprechend werden wir von den Autofahrern immer wieder so knapp überholt, dass man bald vom Rad fällt. Leider müssen wir dann auch noch einige Zeit auf einer ziemlich befahrenen Landstraße fahren. Aber trotz allem sind dazwischen immer wieder schöne Abschnitte.

Wir kommen etwas geschlaucht auf dem Orbitur Valverde Campingplatz an und beschließen dort für zwei Nächte zu bleiben.

2019-04-27 09:36 · stefanie

Badetag

Samstag 27.04.2019. Heute können wir das erste mal die Badesachen rausholen. Die Sonne scheint und die 20° Marke ist geknackt. Dana planscht mit Papa im Pool und Stefanie liest ein Buch auf dem Handy. Die Wärme und der Pausetag tut allen gut.

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2019-04-28 13:36 · becki

Sagres

Sonntag 28.04.2019. Eigentlich wollten wir heute noch das Cabo de Sao Vicente erreichen. Aber der Weg dorthin ist mit krassen Steigungen garniert. Wir pendeln immer so zwischen 0 und 150m Seehöhe und müssen sogar ein paar mal schieben.  So steil war es seit den Pyrenäen nicht mehr. Egal, die Sonne scheint und wir haben stille Nebenstraßen und Schotterwege. Gegen den ständigen Regen und den Verkehr von Andalusien ist das eine Wohltat…

Wir kommen bis Sagres und stellen im dortigen Parque de Campismo unser Zelt unter Pinien auf.

Bisher sind die Campingplätze in Portugal  recht fein. Deutlich günstiger als in Spanien und man findet meist ein Plätzchen unter Bäumen wo die Wohnmobile nicht hinkommen.

2019-04-29 12:14 · becki

Die letzte Bratwurst vor Amerika

Heute Montag 29.04.2019 haben wir den südwestlichsten Punkt von Europa, das Cabo de Sao Vicente, und damit unseren Umkehrpunkt erreicht. Mehr oder weniger seit September waren wir in diese Richtung unterwegs. Ab jetzt geht es wieder Richtung Heimat. Und der ewige Südwestwind kann uns mal :-)

2019-04-29 12:16 · becki

Gegenwind gepachtet

Dienstag Vormittag 30.04.2019. Die Nacht war stürmisch und wir sind froh dass keiner der heruntergewehten Pinienzapfen unser Zelt getroffen hat.

Ab heute geht es der Länge nach durch Portugal, somit ist unsere Hauptrichtung Nord. Und pünktlich hat auch der Wind auf Nord gedreht. Aber vor uns liegen heute sowieso 55km bei 500 Höhenmetern bergauf mit Steigungen bis 20%. Was soll uns da noch der versch Gegenwind jucken? ;-)

2019-04-30 20:20 · becki

Parque de Campismo do Serrão

Dienstag 30.04.Wir verabschieden uns von der netten Schweizer Familie, die für zwei Nächte unsere Nachbarn auf dem Campingplatz waren. Und Dana bekommt von deren Tochter Celine noch ein Freundschaftsbändchen zum Abschied geschenkt. Die beiden hatte gestern zusammen gematscht und gespielt.

Wir müssen wieder ein Stück auf dem gleichen Weg wie vorgestern zurück fahren. Wir haben starken Gegenwind. Aber die Strecke geht schön über Land. Es grünt und blüht überall. Wir kommen an einen Abzweig und müssen uns entscheiden: Eurovelo an der Küste mit 8km Umweg oder direkt weiter auf der Straße. Wir entscheiden uns für Umweg, zu Recht. Es ist zwar anstrengend, aber wunderschön. So habe ich mir Portugal vorgestellt.

Danach geht's auf einer Stein- und Schotterpiste weiter. Mit vielen Steigungen, teilweise so steil, dass wir schieben müssen. Nach 55km kommen wir erschöpft am Campingplatz an und finden einen guten Platz unter Korkeichen.

2019-04-30 21:03 · stefanie

Praia do Carvalhal

Mittwoch 01.05.2019. Der Nordwind weht, die Höhenmeter summieren sich und wir kommen nicht sehr weit. Manchmal ist es so steil dass wir jedes der beiden Räder zu zweit hoch schieben müssen. Dafür scheint die Sonne und die Aussicht ist fantastisch.

Nach knapp 40km kommt ein Campingplatz „Parque de Campismo Monte Carvalhal da Rocha“. Gleich drunter liegt ein Stück Strand, malerisch zwischen den Klippen. Ein klarer Bach, in dem man sein Bier kühlen kann, mündet im Meer. Spontan bleiben wir 2 Nächte und stecken die Füße in den weißen Sand.

2019-05-02 15:44 · becki

Sitava Camping

Freitag, 03.05.Im Moment machen wir mehr Pause, als das wir fahren. Aber ich denke, dass haben wir uns verdient. Das Wetter ist toll und die Strände wunderschön. Deshalb haben wir schon nach 45km den nächsten Campingplatz am Meer angesteuert und machen einen Tag Pause und gehen an den Strand.

2019-05-04 16:06 · stefanie

Lago de Santo André

Sonntag 05.05.2019. Nach dem herrlichen Sonnentag am Sitava Camping gehts nun bei trüben Wetter weiter Richtung Lissabon. Erst idyllisch an der Küste entlang,

dann an Raffinerien vorbei durch einen Industriepark der Hafenstadt Sines. Zum Schluss auf einer einsamen Straße parallel zur Autobahn nach Santo André. Wir bleiben am gleichnamigen See im Parque de Campismo de Santo André.

2019-05-06 06:42 · becki

Parque de Campismo da Galé

Montag,06.05. Wir wollen heute nur knapp 20km zum nächsten Campingplatz fahren. 1. Der nächste ist zu weit und 2. wollten wir ja etwas langsamer als im Herbst reisen. Einfach um mehr zu sehen und es mehr zu genießen. Wir starten also dementsprechend spät und radeln schön gemütlich zum Camping. Dieser ist bis jetzt der schönste, auf dem wir waren. Der Zeltbereich wunderschön einsam unter Pinien, direkt am Meer und der Strand ist menschenleer.

2019-05-06 19:22 · stefanie

Pausetag

Dienstag,07.05. Wir haben gestern kurzerhand entschlossen einen Tag zu bleiben, weil es hier so schön ist. Zwar ist das Wetter für heute nicht so ganz toll gemeldet, aber das stört uns nicht. Wir faulenzen, grillen (Gemüse) und gehen am späten Nachmittag zum Strand. Sehr entspannt…

2019-05-07 17:32 · stefanie

...und gleich wieder Zwangspause

Der Wetterbericht sagt für Mittwoch 08.05.2019 nur am Nachmittag ein bisschen Nieselregen voraus. Also starten wir morgens beizeiten…und kehren nach 4km im strömenden Regen wieder um. Es regnet den ganzen Tag und die Nacht durch. Wir flüchten wieder mal in eines der Holzhäuschen am Campingplatz (zum Glück mit Heizer) und schwören erst weiterzufahren, wenn sich die Lage endlich mal stabilisiert, hier im Mai am Südende Europas…

2019-05-09 14:12 · becki

Setubal

Der Freitag 10.05.2019 ist einigermaßen niederschlagsfrei. Wir fahren 40km bis zur Fähre und setzen über nach Setubal. Von dort bergig noch ein Stück SW bis wir zufällig den Campingplatz Ecoparque do Outão entdecken. Mangels Optionen bleiben wir, auch wenns etwas steinig ist.

mit der Zeit Frist sich die Nässe ins Metall

Mit der Zeit Frist sich die Nässe ins Metall.

2019-05-10 20:38 · becki

Endlich mal warm

Samtag 11.05.2019. Richtung Cabo Espichel bekommen wir spektakuläre Ausblicke, die wir allerdings mit spektakulären Höhenmetern bezahlen müssen: 460Hm auf 33km. Aber macht nichts, endlich ist es mal sommerlich und man braucht abends keine Mütze.

Wir landen am Camping „Campimeco“ ein paar Kilometer südlich von Lissabon und ruhen einen Tag lang aus. Die erste Nacht hat der Wind arg am Zelt geruft. Heute sind wir in eine geschütztere Ecke umgezogen.

2019-05-12 19:48 · becki

Reparaturen  in Oeiras

Die Ersatzkette und der neue Dynamo fürs Pino sind heil angekommen. Leider ist der einzige Fahrradladen total ausgebucht, sodass ich das aus- und einspeichen selber machen muss. Dann zentrieren und justieren des Bremsattels beim Fachmann. Zum Schluss noch 2x alte Dornen aus dem Schlauch raus und flicken. Nach 2 Tagen läuft das Tandem wieder.

Dana ist währenddessen am nahen Strand oder spielt mit Albine und Axel.

Caroline and Adith thank you so much that we could be your guests for so long and of course for the delicious Dorada und the Pizza! :-)

2019-05-16 21:13 · becki

Glamping

Am Donnerstag 16.05.2019 können wir weiterfahren. Bei (laut Wetterbericht) 40-64 km/h frontalem Gegenwind schaffen wir 41km und 450 Höhenmeter.

Nicht nur uns macht der Wind zu schaffen

Wir bleiben mangels Alternativen am „Glamping“ Aldeia da Praia. Hier darf man nicht sein eigenes Zelt aufstellen sondern muss sich ein vorhandenenes großes mieten. Wir genießen den Luxus und tauschen uns am Abend mit einem holländischen Pärchen aus, das auch nach Hause radelt.

2019-05-17 06:03 · becki

Ericeira

Die Sonnentage um Lissabon vergiengen wie nix und nun sind wir wieder im Mützen- und Jakenmodus.

Heute gab es nur 35-58 km/h Gegenwind. Bis zum Campingplatz von Ericeira fahren wir 30km mit 560 Bergaufmetern.

Blick auf Azenhas do Mar

Von unserem Zelt unter Pinien sehen wir die Sonne im Atlantik versinken.

2019-05-17 19:46 · becki

Kurz vor Peniche

Samstag 18.05.2019. Immer noch Gegenwind mit 32-47 km/h. Aber die Berge, die wir hoch fahren, geben uns Windschatten. Und es ist zum Glück  bewölkt, also nicht so heiß. Wir planen - ähnlich wie beim Bergwandern - die Tagesetappen momentan mehr nach den Höhenmetern als nach der Entfernung. Hier mal das heutige Höhenprofil (blau) mit Steigung in % (grün):

Nach 47km 476Hm erreichen wir unser heutiges Ziel, den Parque de Campismo da Praia da Areia Branca, auf dem wir die einzigen Ausländer sind.

2019-05-19 06:24 · becki

Peniche

Sonntag 19.05.2019. Wir brauchen mal wieder Pause. Da der letzte Zeltplatz aber nicht so einladend war, fahren wir noch 20km (23-33 km/h Gegenwind) weiter und gehen auf den Parque de Campismo Municipal de Peniche. Dieser bricht den Niedrigepreisrekord von Ebing in Oberfranken: Wir zahlen 3,95€ für 3 Personen, 1 Zelt und 2 Räder :-) Leider erweist sich der Boden als etwas dornig…

Nachmittags drehen wir ohne Gepäck noch eine Runde um die Halbinsel auf die die Stadt gebaut ist.

2019-05-21 09:48 · becki

Um die Lagune rum

Montag 21.05.2019. Die Pause muss warten. Heute geht es zunächst nordöstlich weiter an der Küste entlang. Dann erreichen wir die Lagune „Lagoa de Obidos“, die wir weitgehend windgeschützt und autofrei umfahren. Auch die Steigungen sind heute nicht ganz so „zach“.

So erreichen wir schon am frühen Nachmittag den wunderschönen  Camping Orbitur Foz do Arelho. Je weiter wir in der Norden von Portugal vordringen, desto einsamer werden die Campingplätze und desto ruhiger wird es. Uns freut das. Wir ruhen hier einen Tag aus und bleiben 2 Nächte.

Der starke Gegenwind soll die nächsten 14 Tage anhalten. Wir erwähnen ihn erst wieder wenn sich die Verhältnisse ändern.

2019-05-21 14:06 · becki

Foz do Arelho

Dienstag 21.05. Wir machen einen Pausetag am idyllischen gleichnamigen Orbitur Camping. Wir ruhen den ganzen Tag aus und abends grillen wir. Stefan hat im nahe gelegenen Ort eine Metzgerei gefunden und dort leckere Spieße und Bauchscheiben besorgt. Wir haben seit wir unterwegs sind so gut wie kein Fleisch gegessen (freiwillig) und deshalb schmeckt es uns heute doppelt so gut.

2019-05-22 18:48 · stefanie

São Pedro de Moel

Mittwoch,22.05. Wir starten etwas wehmütig von dem Camping, da es uns hier wirklich gut gefallen hat. Aber wir wollen ja vorwärts kommen und nicht ständig nur pausieren. Vor uns liegen 52km mit wieder reichlich Höhenmetern. Wir fahren erstmal etwas ins Inland, nach ca. 20 km stoßen wir wieder auf den Eurovelo.

Schnell die Beine hoch!

Die Anstiege sind heftig, aber die Aussichten dafür auch. Erledigt kommen wir wieder an einem schönen Orbitur Camping an.

2019-05-22 19:02 · stefanie

Figueira da Foz

Donnerstag 23.05.2019. Jetzt fahren wir schon den zweiten Tag durch abgebrannten Wald. Kilometer um Kilometer verkohlte Baumgerippe oder Stümpfe in der jetzt offenen, sanft hügeligen Landschaft.

Unterwegs treffen wir erst ein Pärchen aus St. Petersburg und dann eines aus Italien. Letztere kommen von Frankreich / Nordspanien und wollen runter nach Marokko radeln, also genau entgegengesetzt. Die Glücklichen haben grad geilen Rückenwind!

Wir kommen nach knapp 60km recht erschöpft am Camping Orbitur Gala an.

2019-05-24 06:21 · becki

Mira

Am Freitag, 24.05.2019 hält Portugal wieder einige Schmankerl für uns bereit.

Erst geht es über den Rio Mondego. Einzige Möglichkeit ist eine vierspurige Autobahnbrücke, auf der man als Radfahrer zumindest den Seitenstreifen befahrenen darf. 4km donnern links die LKWs vorbei und rechts gehts 100m in die Tiefe. Der Wind ist so stark dass man spürt wie die gesamte Hängebrücke schwankt.

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Dann gehts gut 200 Höhenmeter steil nach oben und nach der Abfahrt erwarten uns noch 25km schnurgerade Schlaglochpiste durch verbrannten Wald. Windböen bringen uns fast zum Stehen und Stefanie einmal vom Weg runter.

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2019-05-25 06:36 · becki

São Jacinto

Sonntag 26.05.2019. Nach einem Tag ausruhen gehts heute weiter. Die Berge sind einer Lagunen- und Sumpfebene gewichen. Bretteben geht es bei kaltem Nordwind (36-55km/h) dahin. Aber zum Glück ist keine Wolke am Himmel und an geschützten Stellen ist es schön warm.

In Barra müssen wir lange auf die Fähre über den Rio Vouga warten. Dann kommt nach 5km ein einfacher Campingplatz „Parque de Campismo Municipal de São Jacinto“ mit einem relativ geschützten Platz fürs Zelt. Bleiben oder weiter? Das Dümmste wäre, wenn es uns nachts das Zelt wegreisst. Also gehen wir auf Nummer sicher und belassen es heute bei 34km.

2019-05-27 06:27 · becki

Ria de Aveiro

Montag, 27.05. Die Nacht war wider erwarten recht windstill. Aber wir stehen trotzdem relativ früh auf und starten auch bald, da der Wind nachmittags immer noch stärker wird.

Es geht auf einer Landzunge entlang und um die Ria de Aveiro, eine sog. Brackwasser-Landschaft herum. Die Strecke ist landschaftlich sehr schön, aber es ist bei dem Gegenwind sehr anstrengend zu fahren.

In einem kleinen Ort entdecken wir einen Fahrradladen und Stefan lässt die Kette am Pino öffnen, um sie dann auszutauschen. Die alte hatte scon an die 5000km runter. Der Fahrradladenbesitzer und seine Frau sind sehr freundlich und hilfsbereit. Solche Begegnungen sind immer wieder schön für uns.

Danach steuern wir, wie so oft in den letzten Tagen, ein kleines Café an und essen was von den Köstlichkeiten und trinken Galao (Milchkaffee). So sind wir zumindest in der Pause mal windgeschützt.

Wir fahren 40 km bis zum Camping Parque de Campismo do Furadouro und finden dort den perfekten Zeltplatz. Das genügt für heute.

2019-05-27 19:56 · stefanie

Madalena

Dienstag 28.05.2019. Die Bedingungen sind unverändert. Obwohl es sehr flach ist kommen mit nicht viel schneller als mit Schrittgeschwindigkeit voran. Nach ca. 30km bleiben wir kurz vor Porto im Camping Orbitur Madalena.

Mittwoch, 29.05. Dort machen wir einen Pausetag, denn wir haben die Nase voll von dem fiesen Gegenwind. Wir ruhen aus und gehen an den Strand.

2019-05-29 06:49 · becki

Rio Alto

Donnerstag, 30.05. Wir starten recht früh bei strahlendem Sonnenschein und fast keinem Wind. Es geht immer an der Strandpromenade entlang Richtung Porto. Nach ca. 10 km müssen wir mit einem kleinen Fährboot den Fluss Rio Douro überqueren. Danach geht es durch Porto, aber meistens recht entspannt an der Küste auf Radwegen. Es ist heute ganz schön heiß und ich bin um jeden Schatten dankbar. Gegen Nachmittag frischt dann der Wind doch wieder auf. Das ist mir aber heute ganz recht. Wir fahren 55km bis zum Orbitur Camping Rio Alto.

2019-05-31 13:13 · stefanie

Cabedelo

Freitag, 31.05. Es ist vormittags schon ganz schön heiß und wir sind durchgeschwitzt bevor wir überhaupt auf den Rädern sitzen. Stefan gefällts, „endlich warm“ sind seine Worte. Wir fahren heute nicht so weit, denn wir wollen nochmal ans Meer, um einen Tag dort zu verbringen. Denn bald lassen wir das Meer und Portugal hinter uns und fahren ins nordspanische Inland.
Wir haben zum ersten Mal seit zehn Wochen etwas Rückenwind und kommen deshalb entspant am frühen Nachmittag an.

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Das Zelt füt die nächsten beiden Nächte bauen wir unter Pinien auf. Kurz nach uns kommt noch ein holländischer Reiseradler an, mit dem Stefan am abend noch fachsimpelt.

2019-06-01 20:22 · stefanie

Caminha

Sonntag 02.06.2019. Der Gegenwind ist zurück, aber trotzdem geschafft: Heute haben wir Portugal komplett der Länge nach durchfahren!

Eigentlich wollten wir ja noch etwas weiter nach Norden, d.h. bis Santiago de Compostela. Aber seit Porto laufen uns immer mehr Wanderer mit Muschel am Rucksack über den Weg. Wir wollen nicht wissen was dann erst in Santiago los ist. Also lassen wir diese Großstadt aus, drehen morgen nach Nordosten in die Berge ab und lassen die Schar der Pilgerer hinter uns.

Für morgen früh ist Regen angekündigt, also mieten wir uns seit langen mal wieder ein Hüttchen, heute am Campingplatz Orbitur Caminha.

2019-06-03 07:32 · becki

Melgaco

Montag, 03.06. Es regnet mal wieder. Wir fahren trotzdem los, denn es soll mittags nachlassen bzw., dort wo wir hinwollen, trocken sein. Vor uns liegen knapp 70 km mit 420 Höhenmetern. Wir kommen erstmal nicht so recht voran, denn es regnet ganz schön und wir peilen nach 13km erstmal ein Café an. Dann wirds besser: der Regen lässt nach und wir fahren den Ecopista de Rio Minho direkt am Fluss entlang. Bisher der beste Radweg seit Frankreich! Wir kommen gut voran. Danach geht es noch auf einem Radweg entlang einer alten Eisenbahnstrecke.

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Dann gehts weiter in die Berge. Wir sind froh, als wir den Campingplatz „Parque de Campismo Termas do Peso“ erreichen. Hier bleiben wir für die erste Nacht im Zelt und für die nächsten vier Nächte haben wir einen Bungalow reserviert, denn es soll viel Regen kommen.

2019-06-04 08:49 · stefanie

Zwischenbilanz

Nachdem wir nun aufgrund des schlechten Wetters etwas
Zeit haben, habe ich mal eine kleine Aufstellung gemacht:

Stand nach fast 12 Wochen:

Übernachtungen:
Campingplatz im Zelt: 44
Hotel / Hostal / Bungalow: 27
Wildcamp Zelt: 2
Privat: 8

Gefahrene Kilometer mit dem Rad:
2.174

1 Flug
1 Fahrt mit Fähre
ca. 100km mit dem Zug

1 Platten Velotraum
1 defekter Nabendynamo Pino
1 Kette am Pino
2 Sätze Bremsbeläge Velotraum (vorne und hinten)

2019-06-07 09:03 · stefanie

A Arnoia

Samstag,08.06. Nach vier schönen Tagen am Campingplatz Termas do Peso verlassen wir unseren Bungalow gegen 10 Uhr etwas schweren Herzens. Außerdem verlassen wir nach 6 Wochen auch noch Portugal.
Wir fahren durch die Berge und erreichen nach ca. 15km Spanien (Galizien).

Gleich nach der Grenze gönnen wir uns erstmal einen Café con Leche. Es geht bergig weiter. Insgesamt machen wir heute 628 Höhenmeter auf 35km. Das reicht uns auch und wir suchen zeitig ein Wildcamp für unser Zelt.

Dazu kommt noch, dass wir die Uhr wieder eine Stunde vorstellen müssen.

2019-06-08 17:08 · stefanie

Ourense

Sonntag 09.06.219. Seit wir vom Atlantik abgebogen sind folgen wir dem Rio Mino flussaufwärts durch herrliches Bergland. Die kaum befahrene Landstraße schlängelt sich auf und ab durch Weinberge, felsdurchsetzte Pinien- und Eichenwälder und einsame Dörfer.

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Wir bleiben nach 35km und über 450hm im Hotel Mabú in Ourense.

In Portugal haben wir durch den ständigen Gegenwind, den Regen und die Reparatur am Pino viel Zeit verloren. Daher wollen wir morgen mit dem Zug nach Astorga um wieder etwas aufzuholen. Die Tickets sind schon gekauft. Mal sehen ob wir mit dem Tandem auch in den Zug rein kommen. Denn das ist jedes mal eine Zitterpatie…

2019-06-09 19:57 · becki

Hospital de Órbigo

Montag 10.06.2019. Alles gut, die Bahnfahrt verläuft wider Erwarten ohne Probleme. Wir sind erleichtert. Das spart uns ca 215km und nebenbei noch über 3800 Höhenmeter.

Der Zug schraubt sich durch enge Flußtäler, unzählige Tunnels und steilen Bergwald auf über 1000m hoch. Wie gern wäre ich das mit dem Rad gefahren! Aber die Zeit läuft uns davon und vielleicht hätten wir es auch gar nicht geschafft.

Vom Zielbahnhof in Astorga radeln wir noch 25km bis wir am Camping Don Suero in Hospital de Órbigo einen Platz fürs Zelt finden.

Abends ist bei 13 Grad und Wind wieder mal Fließpulli und Mütze statt lauer Sommernacht angesagt. Spanien ist halt ein kaltes Land.

2019-06-10 21:19 · becki

Auf dem Camino Frances

Dienstag 11.06. Bei erfrischenden 8 Grad ziehen wir es heute vor, unser Frühstück drinnen einzunehmen, also im Vorzelt.

Danach fahren wir ca 50km bis Mansilla de las Mulas. Der kalte Nordwind bläst manchmal von hinten aber meistens von vorn.

Da für morgen früh nur 4 Grad gemeldet sind, gehen wir in eine Pilgerherberge, die Albergue El Jardin del Camino. Wir sind ja seit Astorga zum Glück wieder auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela. Zwar in Gegenrichtung, aber das interessiert ja niemand :-)

2019-06-11 19:20 · becki

Carrion de los Condes

Mittwoch, 12.06. Nach einer unruhigen und kurzen, aber wenigstens warmen Nacht starten wir nach einem leckeren Frühstück recht zeitig von der Albergue. Es ist immer noch sehr frisch, aber sonnig. Wir fahren auf ruhigen Landstrassen und guten Schotterpisten und kommen richtig gut voran. Und wir haben RÜCKENWIND. Die 35km bis zum ersten Campingplatz sind wir im Nuh geradelt. Deshalb entscheiden wir, weiter zum nächsten Camping zu fahren, d.h. noch gute 40km. Aber bei den heutigen Bedingungen gut zu schaffen.

Wir fahren ja immernoch auf dem Camino de Santiago und es begegnen uns unterwegs unzählige Pilger.
Nach 77km und 406 Höhenmetern haben wir es geschafft und kommen an dem wirklich schönen Campingplatz el Eden mit eigener Zeltwiese an.

Abends kochen wir uns noch ein richtig leckeres Radlergericht :-)

2019-06-12 19:20 · stefanie

Camping Camino de Santiago in Castrojeriz

Freitag, 14.06. Nach einem schönen und sonnigen Pausetag gestern, starten wir heute recht spät. Es ist morgens ziemlich frisch und abends ist es ja lange hell, deshalb lassen wir uns beim frühstücken und einpacken Zeit.

"Ich bin kalt!"

Wir fahren heute 48 km bis zum nächsten Campingplatz.
Gleich nach 7km der erste Schreck. Ich stürze vom Fahrrad, aber zum Glück ist nicht viel passiert. Das Knie und Schienbein schmerzt, aber sonst ist alles okay.

Die Strecke und das Wetter ist super. Wir fahren auf einsamen Landstrassen und am Canal de castilla bei Sonnenschein.

2019-06-15 15:48 · stefanie

Burgos

Samstag, 15.06. Wir fahren gegen 10 Uhr los. Heute geht's nach Burgos, etwa 45 km. Die Strecke ist etwas anspruchsvoller als gestern. Wir fahren  hauptsächlich auf Schotterwegen, mit drei heftigen Anstiegen. Die Landschaft ist aber sehr schön über Hügel und Berge und vorbei an Feldern und Wiesen.

2019-06-15 18:06 · stefanie
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tour/2018_fruehling.txt · Zuletzt geändert: 2019-04-30 21:06 von becki

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